Diese Vorweihnachtstage und -wochen sind für mich die Hölle. Aber
eigentlich geht es ja schon vorher los. Kaum kommt man entspannt aus dem
Sommerurlaub, überfällt einen in den Supermärkten das kalte Grauen. Man
wird überschwemmt mit Weihnachtsleckereien - Dominosteine, Spekulatius,
Weihnachtsmänner usw. Kaum hat sich der erste Schock gelegt, folgt der
nächste: Stollen. Ein Nahrungsmittel, das bei mir Fluchtgedanken
auslöst. Durch dieses Angebot wird man in den Stress versetzt,
Weihnachtsgeschenke zu besorgen.
Nächste Station: Die
Weihnachtsmärkte öffnen - an jeder Ecke stolpert man über ein solches
Sammelsurium an Buden, die Fressereien, Leckereien, Kitsch and Art und
die unvermeidlichen Weihnachtsaccessoires feilbieten. Es handelt sich
hierbei um Schwibbögen, Weihnachtskugeln, Nussknacker - ich habe
eigentlich keine Lust, diese Aufzählung jetzt fortzuführen. Ich meine,
wer braucht diesen ganzen Kram? Der ist doch maximal vier Wochen im Jahr
aktuell?!
Und es geht weiter: Die Berlinbesucher, die meinen,
zumindest in diesen Tagen und Wochen die Hauptstadt besuchen (oder
heimsuchen) zu müssen. Man selbst ist gestresst, will eigentlich nur
schnell von A nach B gelangen und wird gestört von Nichtberlinern, die
sich erst einmal orientieren müssen. Dagegen ist ja im Grunde nichts zu
sagen. Aber müssen die ausgerechnet - gebündelt - an Stellen stehen
bleiben, die ohnehin schon schmal genug angelegt sind? Muss es denn
sein, dass man ausgerechnet am Ende der Rolltreppe, im Rudel
wohlgemerkt, stehenbleibt, um sich umzuschauen? Wenn man in Berlin um
diese Zeit unterwegs ist, hat man phasenweise den Eindruck, nur von
Urlaubern umgeben zu sein, die sich nicht auskennen.
Wahrscheinlich gibt es dafür nur einen Ausweg: Die Flucht antreten. Aber wer hat schon so viel Urlaub?
Knut hat dergleichen natürlich nicht im Sinn. Wozu auch? Er fühlt sich
wohl, muss sich nicht über verstopfte Rolltreppen und orientierungslos
herumstolpernde Mitbürger ärgern. Er genießt einfach sein junges
Eisbärchendasein und scheint auf diesem Bild doch etwas mitleidig über
diese komischen Menschen zu lächeln. Vermutlich hat er allen Grund
dazu...
