Um es vorwegzunehmen: Anfang diesen Jahres wurde das Haus, in dem ich
wohne, mit neuen, schöneren und vor allem größeren Briefkästen
ausgestattet. Vor allem Letzteres ist es, was mich zunehmend stört. Seit
der Neuausstattung habe ich den Eindruck, der Anteil an Werbezetteln,
Wochenzeitungen, Einladungen zu irgendwelchen Neueröffnungen nicht nur
in der Gegend, sondern auch gleich mal am anderen Ende von Berlin,
kostenlosen Exemplaren der bekannten Berliner Tageszeitungen usw. nimmt
unaufhörlich zu.
Kaum, dass sich noch einmal eine Sendung in
meinen Briefkasten verirrt, die wirklich an mich - und nur an mich -
gerichtet ist. In diesem Fall sind es entweder Rechnungen oder nette
Angebote von Banken oder Versicherungen. Woher die meine Adresse haben,
ist mir in vielen Fällen völlig schleierhaft, aber bei uns im Hinterhof
stehen zwei große Papiertonnen, wohinein ich diese ganze Werbeflut
versenken kann...
Und - natürlich, wir haben Adventszeit - und
da hofft man auf die Spendierfreudigkeit der Adressaten, Briefe mit
Bitten um Spenden. Egal, ob es jetzt um die Dritte Welt oder den
Naturschutz geht, alle diese Sendungen finden ihren Weg in meinen
Briefkasten.
Ich habe trotzdem etwas Erfreuliches zu vermelden: Eine
handgeschriebene Postkarte habe ich in diesem Jahr doch bekommen. Die
Absenderin hatte in ihrem Urlaubsort kein Internet-Café gefunden.
In meinem Mail-Postfach kommt dafür um so mehr an.
Ich glaube, ich schreibe mal wieder einen "richtigen" Brief...
Knut würde solch eine Situation wahrscheinlich aussitzen. Aber er hat es
besser: Das Problem hat er mangels Briefkasten überhaupt nicht.
Vielleicht würde er die ganze Werbepost aber auch genüsslich
zerfetzen...

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