Nachdem ich gestern mit dem Gefühl durch die Landschaft gelaufen bin, es
wäre Donnerstag, ist er heute tatsächlich da, der Donnerstag. Und
morgen ist Freitag und das Wochenende folgt ihm auf dem Fuß.
Heute früh bin ich in die volle U-Bahn gestolpert und habe mich gefragt,
warum heute dermaßen viele Leute in dieser Herrgottsfrühe mit diesem
Verkehrsmittel unterwegs sind. Absolut ungewöhnlich, so bevölkert ist
"meine" Bahn sonst nie. Ich werde das beobachten.
Knut war heute mittag eher auf der ruhigen Schiene unterwegs. Er lag im
hinteren Teil seiner Anlage und beobachtete, wie das Heim seiner bärigen
Nachbarn gesäubert wurde. Das muss er als aufmerksamer Eisbär ja im
Auge behalten. Allerdings hielt dieses Interesse nicht lange vor, der
Bär war müde und suchte sich dann doch lieber ein Plätzchen vor seiner
Höhle, um dort ein Nickerchen zu machen.
Man muss sich schließlich regenerieren und da macht Knut keine Ausnahme.
Die Wetterdienste, zumindest die, die online unterwegs sind, haben
sich, was die Vorhersage für den heutigen Tag betrifft, komplett
verschätzt. Statt des prognostizierten Dauerregens gab es richtig
schönes Wetter: frühlingshaft, trocken und teilweise schien sogar die
Sonne. Ein angenehmer Irrtum.
Auf dem Nachhauseweg habe ich
mich noch in den Supermarkt meines Vertrauens begeben. Es ist nur etwas
ärgerlich, dass viele ältere Leute ausgerechnet zur Feierabendzeit
einkaufen gehen müssen. Verstehe ich nicht, die haben den ganzen Tag
Zeit, können tagsüber ganz entspannt einkaufen gehen, aber nein, die
scheinen alle losrennen zu müssen, wenn es ohnehin rappelvoll ist. Und
dann steht man als berufstätiger Mensch, der keine andere Wahl hat, als
eben genau zu dieser Zeit einkaufen zu gehen, hinter einer niedlichen
kleinen Oma (oder einem Opa) an der Kasse und darf zuschauen, wie Oma
(oder Opa) ewig lange im Geldbeutel rumfriemelt und nicht zu Potte
kommt. Also entweder, man richtet Rentnereinkaufszeiten oder
Seniorenkassen ein. Damit wäre allen geholfen.

